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Unterschied zwischen Leasing und exklusiven Beats

Wer im Internet nach Beats sucht, wird viele finden. Neben Free Beats, die qualitativ meist nicht die beste Wahl sind, wird in exklusive und Leasing Beats unterschieden. Aber worin genau unterscheiden sich diese beiden Formen? In der folgenden Infografik findest du die größten Unterschiede. Im Text darunter gibt es weitere Details, damit du das für dich geeignete Modell erkennen kannst.

Infografik Leasing Beats vs. Exklusive Beats

Kurz und knapp

Angefangen hat dieses Modell bei amerikanischen Produzenten, wird mittlerweile aber weltweit eingesetzt.

Der Unterschied kurz und knapp: Kaufst du einen Beat exklusiv, steht er danach nicht mehr zum Verkauf. Wählst du das Leasing, steht er weiterhin zum Verkauf. 

In Deutschland unterscheidet man konkret nach Nutzungsrechten, die im §31 UrhG geregelt sind. Da gibt es das ausschließliche (entspricht weitestgehend exclusive) und das einfache (nicht-ausschließliche) Nutzungsrecht (entspricht weitestgehend dem Leasing).

Besonderheiten der exklusiven Rechte

Beim ausschließlichen Nutzungsrecht (also dem "Exclusive") erhältst allein du das Recht, den Beat zu nutzen. Vertraglich kann gegebenenfalls eine zusätzliche Nutzung durch den Urheber (Produzent) geregelt werden. Andere Künstler / Unternehmen können jedoch keinerlei Rechte am Beat erwerben und diesen nicht nutzen. 

Wichtiger Hinweis: Egal welche Rechte du erwirbst, du bist in keinem Fall dazu berechtigt, den Beat oder jegliche Rechte daran weiterzuverkaufen. Du darfst nur die Nutzungsrechte deines fertigen Songs verkaufen (z. B. für Film-Soundtracks usw.).

Im Vertrag ist geregelt, auf welche Art und Weise und für welche Projekte du den Beat nutzen darfst. Bei einem Exclusive wird in der Regel jede gängige Nutzungsart des Songs vereinbart. Das betrifft physischen Vertrieb (CD, Vinyl, usw.), Streaming, Musikvideo, Lizenzierung (Soundtracks, Sync), Shows, TV und ähnliches. Bei Exclusives gibt es keine Beschränkung für verkaufte Einheiten (MP3, CD) und Streams (Audio, Video).

Wenn du also davon ausgehst, dass dein Projekt etwas größer ausfällt, ist der Erwerb der exklusiven Rechte definitiv sinnvoller. In Deutschland bewegen sich die Preise dafür irgendwo zwischen 300 € und 1000 € je Beat. In den meisten Fällen eher im unteren Bereich dieser Range. Wenn du also in ein Musikvideo und verschiedene Marketing-Maßnahmen investierst, am Beat jedoch sparst, kann dir jederzeit ein anderer Künstler dazwischen grätschen und denselben Beat für sein kommerzielles (!) Projekt verwenden.

Ein weiterer Vorteil, der zum Teil auch bei Premium Leases (mehr dazu gleich) geboten wird, sind die Einzelspuren des Beats. Der Produzent stellt dir diese bereit, sodass du den Song von anderen Studios komplett neu mischen lassen kannst, wenn du das möchtest. Mit den Einzelspuren kann auch in das Arrangement des Songs eingegriffen werden, was unterm Strich mehr Flexibilität bedeutet.

Zusammenfassend bist du mit Exclusives rechtlich auf der sicheren Seite und hast die volle Kontrolle über den Song. 

Besonderheiten der Leasing-Rechte

Anders als bei einem Exclusive bleiben Leasing Beats dauerhaft verfügbar. Es können beliebig viele Künstler eine Leasing Lizenz erwerben und den Beat kommerziell nutzen. Hier wird schon deutlich, dass du einen großen Teil der Kontrolle über deinen Song abgibst. 

Mit einer Leasing Lizenz (=einfaches Nutzungsrecht) darfst du einen Song auf Grundlage des Beats aufnehmen. Dieser Song darf nur bis zu einer bestimmten Anzahl verkauft und gestreamt werden, bis die nächste Lizenz fällig wird. Bei meinen Leasing Lizenzen sind das 1. Mio Streams bei einem Standard Lease und 2 Mio. Streams bei einem Premium Lease. Diese Streamingzahlen beziehen sich auf die Summe der Streams aus allen Plattformen, also werden hier YouTube-Streams, Spotify-Streams, Apple-Streams, usw. zusammengezählt. 

Der große Vorteil von Leasing Beats ist ganz klar der Preis. Für einen Bruchteil des Exclusives kommst du an den von Tags befreiten Beat, der je nach Produzent schon professionell abgemischt ist. Du darfst den Song überall hochladen und innerhalb der eben beschriebenen Beschränkungen nutzen. Dabei bist du allerdings nicht allein.

Bei einem Standard-Lease erhältst du nur die Master-Audiospur. Im Idealfall in WAV-Format, im worst case nur eine MP3. Du hast dabei also keinen Einfluss auf das Mixing und das Arrangement, hier sind maximal nur sehr grobe Anpassungen möglich. Für diese Problematik gibt es meist das Premium Lease, dass auch die Einzelspuren des Beats enthält. Dabei gelten die Regeln der Leasing Lizenz mit meist etwas höheren Verkaufs- und Streaminglimits. Ein Premium Lease bewegt sich preislich zwischen 100 € und 300 €. Je nach Projekt kann an dieser Stelle ein Exclusive besser geeignet sein. Wenn die Rechte aber nicht notwendig, die Einzelspuren aber gewünscht sind, ist diese Form sinnvoll.

Überschneidungen und Probleme

Produzenten bieten häufig beide Modelle für dieselben Beats an, was aus meiner Sicht nicht sinnvoll ist. Bei Exclusives gibst du bewusst mehr Geld aus, um den Beat alleine zu nutzen. Gibt es Leasing Lizenzen für diesen Beat, geht das Argument für ein Exclusive aus meiner Sicht verloren.

Wenn du einen Beat exklusiv kaufen möchtest, solltest du den Produzenten daher vorab kontaktieren und fragen, ob es für schon Leasing Lizenzen für den Beat gibt. Wenn nicht, ist ein Exclusive sinnvoll. Wenn ja, solltest du eher die Leasing-Variante nehmen. Um Künstler gegenüber entsprechend fair zu sein und dieses Thema immer vorab zu klären, biete ich selbst exklusive Rechte nur auf Anfrage an.

 

24 Gedanken zu „Unterschied zwischen Leasing und exklusiven Beats

  1. Guten Tag,

    Ein sehr interessanter und hilfreicher Veitrag, vielen Dank!
    Nun hätte ich noch eine Frage: Wie ist das, wenn jemand meinen Beat geleast hat und nun ein anderer Musiker den Beat als exclusive kaufen möchte? Das wäre doch jetzt nicht mehr möglich, da andere Künstler denselben Beat benutzen, wenn auch nur geleast, oder?
    Vielen Dank und LG

    1. Hallo Julius,

      vielen Dank! Es freut mich, dass der Artikel Dir helfen konnte.

      Was Du ansprichst ist meines Erachtens eine der größten Problematiken beim Verkauf von Instrumentals. Rechtlich gesehen bleiben die Leasing-Lizenzen auch nach dem Verkauf der ausschließlichen (exklusiven) Rechte bestehen. Das heißt: Du kaufst den Beat exklusiv und der Beat wird vom Produzenten nicht mehr verkauft. Jedoch bleiben alle Leasing-Lizenzen, die vor Deinem exklusiven Kauf erworben wurden, bestehen.

      Deshalb ist es eigentlich nicht sinnvoll, von denselben Beats sowohl Leasing- als auch exklusive Rechte anzubieten. Ich löse das Problem so, dass ich unterschiedliche Beats für diese beiden Nutzungsrechte anbiete. Meine exklusiven Beats sind immer exklusive Beats und standen für Leasing nie zur Verfügung. So erhält der Kunde genau das, was er sich wünscht: Einen Beat, den kein anderer haben und benutzen kann. Schließlich bezahlt er dafür auch einen wesentlich höheren Preis.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter!

      Viele Grüße
      Andi

          1. Hallo,
            wenn ich einen Beat lease ohne Exklusivrechte, darf ich ihn dann beispielsweise auch bei einer öffentlichen Veranstaltung abspielen?

          2. Hallo erstmal Danke für deinen Beitrag.

            Wie schauts aus wenn man einen Mp3 Beat least weils bisschen billiger ist als ne Wav, kann man den trz auf Wav exportieren und es an Streaminportalen anbieten lassen auch wenn man nur eine Mp3 geleast hat?

          3. Hey Can,

            vielen Dank! Es freut mich, dass der Artikel die weiterhilft!

            Wenn du ein MP3-Lease kaufst, hat das nur Auswirkungen auf die Qualität der Datei, nicht aber auf die Rechte. Das heißt, du darfst den Song nach der Aufnahme in alle möglichen Formate exportieren und (entsprechend der Limits von Lease) auf Streamingportalen anbieten.

            Viele Grüße
            Andi

  2. hi
    sehr gute Informationen, die du hier bereitstellst.
    Ich wollte mal fragen, was ich rechtlich und steuerlich beachten muss, wenn ich Beats verkaufen will. Ich arbeite ganz normal und würde das gerne nebenher machen. Muss ich da eine GBR anmelden oder was muss ich tun?
    Wäre super, wenn du da etwas weißt.
    Danke und liebe Grüße

  3. Hey, cooler Artikel. Eine Frage hätte ich:
    Ich habe einen Beat geleast für ein Jahr. Damit haben wir einen Song produziert und das Musikvideo auf YouTube veröffentlicht. Ich habe nicht die exklusiven Rechte erworben. Was passiert nach einem Jahr, wenn der Vertrag ausläuft? Muss ich das Video wieder aus dem Netz nehmen, wenn ich den Vertrag nicht upgrade? Laut den Beatproduzenten (in Amerika) darf ich ein Musikvideo damit machen und veröffentlichen. Allerdings liegt die Grenze bei 1 Mio clicks (was wir eh nicht erreichen). Ab da muss geupgradet werden.

    LG Gizem

    1. Hey Gizem,

      stand in deinem Vertrag, dass es auf ein Jahr begrenzt sei? Sowas wäre mir von Produzenten neu.
      Normalerweise gibt es keine zeitliche Einschränkung, lediglich die verkauften Einheiten und Streams werden begrenzt.

      Viele Grüße
      Andi

    1. Hallo Eva,
      beim Leasing ist das eher eine Lizenz, als ein Vertrag. Als Käuferin bist du zu nichts verpflichtet.
      Oder gibt es einen ganz bestimmten Punkt, der unklar ist?
      Viele Grüße
      Andi

  4. Hallo,
    vielen Dank für den Artikel!

    Für mich bleibt eine Frage offen:

    Angenommen ich lease einen Beat mit einer Beschränkung bspw. auf 200.000 Streams (Spotify, etc.) und ich erreiche dieses Limit (Yuhu). Dann kann ich ja einfach eine weitere Lizenz erwerben.
    Was ist aber, wenn der Beat in der Zwischenzeit exklusiv verkauft wurde und ich also an keine neue Lizenz komme? Was passiert mit meinem Song bzw. den daraus generierten Umsätzen?

    1. Hey Aleks,

      danke für deinen Kommentar!

      Ich habe den Artikel daraufhin komplett überarbeitet, möchte deine Frage aber hier in den Kommentaren beantworten:
      Rein theoretisch kannst du, wie du schon richtig gesagt hast, keine neue Lizenz erwerben. Da keine gültige Lizenz für die aktuellen Streams und Umsätze besteht, darf es diese gar nicht geben. Demnach müsste der Song von den Plattformen genommen werden, um sie zu verhindern. Hier wird ganz besonders deutlich, warum es eigentlich keinen Sinn ergibt, Leasing und Exclusive Rechte für dieselben Beats anzubieten. Sobald ein Beat geleased wurde, kann und sollte er eigentlich nicht mehr exklusiv angeboten werden, es sei denn, derselbe Künstler möchte die exklusiven Rechte kaufen.

      Siehe hierzu ergänzend noch in den Abschnitt “Überschneidungen und Probleme”.

      Wenn du weitere Fragen hast, stelle sie gern!

      Viele Grüße
      Andi

  5. Die Künstler die diese Beats erwerben und auf Streaming Plattformen hochladen müssten den Produzenten dann auch bei der GEMA Anmeldung angeben richtig?
    Wenn sie bei der GEMA angemeldet sind.
    Ich nehm an das wären dann eher die die exklusive Beats kaufen und mehrere streams machen

  6. Hi Andi hier ist wieder der Can✌

    Ich habe einen Beat geleaset der auf 5000 Streamingeinheiten begrenzt ist.
    Meine Frage jetzt..
    Wenn ich diese Grenze als Beispiel. Überschreite und zb der Song 6000 mal gestreamt wurde..
    Was ich dann machen muss bzw werde ich dann benachrichtigt dass ich keine rechte mehr auf den Beat habe oder kommt sofort eine Strafe weil ichs nicht runter genommen habe?

  7. Hi,
    Ich wollte fragen, wie man als Produzent (ohne Platten- und Labelverträge) überprüfen kann, wie oft schon ein Lied auf diversen Platformen gestreamt oder verkauft wurden, wenn man als Produzent ein Instrumental an jemanden geleased und dieser einen Song veröffenrlicht hat?
    Z.B. bei einer Situation, wo man als Produzent zweifelt, dass der Leasingnehmer keine neue Lizenz nimmt, aber wahrscheinlich die höchst Grenze an Streams und Verkäufen überschritten hat.

    1. Hey Mustafa,

      danke für deinen Kommentar!

      Leider kenne ich keinen automatischen Dienst dafür. Das bedeutet, dass wir als Produzenten die Songs und zugehörigen Streams im Auge behalten und dann entsprechend auf die Künstler zugehen und sie darauf hinweisen müssen, dass die Lizenz aufgebraucht ist.

      Spotify und YouTube dürften die größten Streamtreiber sein. Glücklicherweise sind die Streamingzahlen dort öffentlich. Bei den anderen Streamingdiensten müsste das auch so sein. Was anderes fällt mir auf die schnelle leider nicht ein.

      Ich hoffe das hilft dir!

      Wenn du noch Fragen hast, stelle sie gern.

      Viele Grüße
      Andi

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