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Stimme aufnehmen

Stimme aufnehmen

Stimme aufnehmen in Form von Gesang, Rap, oder Voice-Overs: Die häufigste Aufgabe im Studio. Mit einer Grundausstattung für ein Homerecording Studio kannst Du gute Aufnahmen im eigenen Raum machen. Hierbei ist in erster Linie die Raumakustik, die Mikrofonpositionierung und der Pegel wichtig. Diese Faktoren haben einen viel größeren Einfluss auf die Aufnahme, als die Geräte. Bei einer falschen Aufnahmetechnik kann schnell ein billiger Sound entstehen. Dieser Artikel soll Dir die wichtigsten Faktoren bei der Aufnahme von Stimmen vermitteln.

Raumakustik

Ein kahler, leerer Raum eignet sich nicht für Stimmaufnahmen. Von Vorteil ist ein möglichst trockener, jedoch nicht schalltoter Raum.

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Mobile Akustikstellwände sind einfach und günstig herzustellen und bieten eine erhebliche Verbesserung der Akustik bei Aufnahmen.

Du kannst Die Situation Deines Raumes überprüfen, indem Du an verschiedenen Stellen im Raum in die Hände klatschst und auf Flatterechos achtest. Das Flatterecho, das beim Klatschen deutlich zu hören ist, beeinflusst Deine Stimmaufnahmen. Dadurch wird der Raumhall auf der Aufnahme deutlich hörbar. Bei der späteren Bearbeitung der Stimme mit einem Kompressor rückt dieser Raumhall noch deutlicher in den Vordergrund. Auch Phasenauslöschungen können entstehen. Das heißt, die Stimme kann in einigen Frequenzbereichen stark abgeschwächt, oder sogar ganz ausgelöscht werden. 

Akustikelemente können die Raumakustik drastisch verbessern. Eine mögliche Einstiegslösung sind Mic-Screens. Das sind kleine "Schutzwände", die am Mikrofonstativ befestigt werden. Sie fangen viele Erstreflexionen ab und reduzieren damit den Raumanteil in der Aufnahme. Bei den Screens ist jedoch Vorsicht geboten: manche Screens verursachen durch ihre Bauart ebenfalls Phasenauslöschungen und können den Aufnahmen im schlimmsten Fall schaden.

Eine bessere Lösung stellen mobile Akustikstellwände, sogenannte Gobos dar.  Das sind im Kern große Holzrahmen, die mit Steinwolle oder ähnlichen Dämmstoffen gefüllt und mit Stoff verkleidet werden. Diese Stellwände lassen sich anschließend zu einer Kabine aufstellen. Damit erhält man sehr saubere und vom Raumhall getrennte Aufnahmen. Solche Stellwände können relativ einfach selbst gebaut werden. Eine Anleitung für den Bau der Stellwände findest Du hier:

Positionierung

Als Richtwert für den richtigen Abstand zum Mikrofon kann die Breite einer ausgespreizten Hand genutzt werden.

Die Positionierung des Mikrofons spielt eine große Rolle für die Qualität der Aufnahme. In der Regel wird im Stand aufgenommen, da der Performance im Sitzen meist nicht die selbe Energie verliehen werden kann. Du solltest das Mikrofon auf Kopfhöhe des Künstlers aufstellen. Hierbei solltest Du die höchstmögliche Position anstreben. Dadurch werden Atemgeräusche reduziert und der Künstler steht aufrechter.

Der richtige Abstand zum Mikrofon ist wichtig, um Übersteuerungen und Verzerrungen zu vermeiden. Durch den Nahbesprechungseffekt entsteht ein voller und bassreicher Klang, der für Rap und "intimen" Gesang sehr gut geeignet ist. Da der Bassbereich doch sehr stark betont wird, ist ein Low-Cut mit einem EQ sehr hilfreich. Wenn der Künstler eher laut ist, muss er sich vom Mikrofon etwas entfernen. Andernfalls entstehen Verzerrungen, die Du im Nachhinein nicht entfernen kannst. Diese Verzerrungen machen Deine gesamte Aufnahme zu Nichte. 

Eine Orientierung bietet Dir Deine eigene Hand. Wenn Du sie spreizt, so ist der Abstand zwischen kleinem Finger und Daumen ein guter Startpunkt für den Abstand zum Mikrofon. Danach kannst Du den Abstand, entsprechend der Lautstärke des Künstlers und des gewünschten Klanges anpassen. Verwendest Du einen Pop-Schutz, bringst Du diesen etwa 10 cm vom Mikro entfernt an. Der Abstand des Künstlers zum Pop-Schutz ist dann etwas geringer als die Breite der gespreizten Hand. Dies sind jedoch nur Orientierungswerte. Der tatsächliche Abstand ist vom Künstler abhängig. Wie laut dieser ist, wie viel er sich bewegt, usw. Daher ist es wichtig, diese Dinge schon vor der Aufnahme einmal zu testen und richtig einzustellen. Am Besten tust Du dies gemeinsam mit dem Pegeln des Signals.

Pegel

Ein "mittiger" Pegel hilft Übersteuerungen zu vermeiden und bietet trotzdem genug Lautstärke.

Stimme aufnehmen - aber nicht zu laut! 

Bei der Aufnahme von Stimmen und Instrumenten wird häufig der Fehler gemacht, zu laut aufzunehmen. Durch die fortschrittliche Technik im Studio ist dies jedoch nicht notwendig.

In den frühen Jahren der Tonstudios erzeugten Bauteile der analogen Geräte Rauschen. Um das aufgenommene Signal möglichst laut im Verhältnis zum Rauschen einzufangen, fuhren die Toningenieure einen möglichst hohen Pegel und liefen Gefahr Übersteuerungen zu erzeugen. Zum einen ist analoge Übersteuerung "angenehmer" als digitale, zum anderen ist, durch den Fortschritt der Studiotechnik, eine laute Aufnahme heute nicht mehr notwendig. Es gibt so gut wie kein Rauschen mehr, da digital mit wesentlich höheren Auflösungen gearbeitet wird. 

Daher solltest Du einen Pegel wählen, bei welchem Du sicher sein kannst, dass keine Übersteuerungen entstehen können. Die Stimme kannst Du im Mix "laut machen", da Du dort Bearbeitungen wie Kompression und EQing erledigst. 

Sobald Übersteuerungen einmal entstanden sind, kannst Du Sie von der Aufnahme nicht mehr vollständig entfernen. Bei einer guten Performance ist das sehr ärgerlich. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Du Dir am Anfang einer Session Zeit für das Einpegeln nimmst. In diesem Arbeitsschritt stellst Du die Lautstärken vor der Aufnahme auf den Künstler ein. 

Fazit

Mit einer Grundausstattung und einigen Vorbereitungen kannst Du eine Stimme professionell  und hochwertig aufnehmen. Du achtest dabei auf eine möglichst ordentliche Raumakustik, stellst das Mikrofon richtig vor den Künstler und stellst den richtigen Pegel ein. Wenn Du die Voraussetzungen und "Problemstellen" einer Aufnahmesession kennst, kannst Du mit einfachen Mitteln viel bewirken. 

Ich hoffe diese Anleitung hilft Dir bei deinem Projekt. Gerne beantworte ich Deine Fragen in den Kommentaren.

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