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UAD Sonnox Oxford Inflator – Rezension

Lauter ohne Kompromisse?

Der Sonnox Oxford Inflator ist ein Plugin, dass mehr Lautheit bei gleichbleibender Transparenz verspricht. Als ich auf der Suche nach einer sinnvollen Ergänzung meiner Mastering-Kette war, entschied ich mich für den Inflator. Was der Inflator tatsächlich so macht und was ich von ihm halte möchte ich in diesem Artikel teilen. 

Mythen und Fakten

Was der Sonnox Oxford Inflator eigentlich genau macht, kann kaum jemand sagen. Er soll alles lauter machen können, ohne auch nur eine Kleinigkeit am Sound zu verschlechtern. Klingt nach einem erfüllten Traum für Audio-Engineers: Ein Plugin laden und laut machen. Wozu noch Mastering? Ist das wirklich so?

Bei einem Punkt sind sich alle einig: Lauter und präsenter kann der Inflator. Dann ist die Hälfte der Werbeaussagen schon mal korrekt. Das Plugin fällt in die Kategorie "Dynamics" und ermöglicht, laut Produktbeschreibung, mehr Lautheit ohne Artefakte und Verlust der Dynamik. Des Weiteren fügt der Sonnox Oxford Inflator Obertöne und Sättigung hinzu, was eine Bearbeitung mit Röhrenequipment emulieren soll und weiterer Lautheit dient. Der Sonnox Oxford Inflator ist in den Formaten VST2, AU, AAXnative und RTAS verfügbar. 

Aufbau

UAD Sonnox Oxford Inflator
Der Sonnox Oxford Inflator ist ein hilfreiches Tool für Lautstärke und Präsenz.
4 Fader, 3 Buttons - so schlicht ist der Aufbau des Sonnox Oxford Inflator. Input und Output Fader sollten jedem klar sein, die Magie passiert bei den anderen zwei Fadern: der Effect-Fader ist nichts anderes als ein Wet/Dry-Regler und bestimmt das Mischverhältnis von bearbeitetem und unbearbeitetem Signal. Der Curve-Regler bestimmt die Klangcharakteristik, mit welcher der Inflator arbeiten soll. Negative Werte stehen für eine dezentere Arbeitsweise, positive Werte stehen für eine höhere Sättigung des Signals. Je höher die Zahl also, desto präsenter das Signal. 

Der Band Split-Button teilt das Signal in drei Bänder, was bei bassreichem Material bessere Ergebnisse erzielen kann.

Eine Besonderheit bietet der Clip 0dBr-Button. Dieser ermöglicht einen zusätzlichen Headroom von 6 dB, wobei die "harmonischen Informationen" eines Clippings in das Signal eingearbeitet werden, ohne das tatsächliches Clipping entsteht. Klingt also etwas nach analoger Konsole. Sonnox beschreibt die 6 dB als nutzbaren Overdrive, bevor es zu Hard-Clipping kommt.

Praxis

Wie bereits erwähnt ging es für mich um ein nützliches Tool für meine Mastering-Kette. Ich bin kein Mastering-Engineer und führe diese Leistung auch nur auf Kundenwunsch aus. Damit ich diese Aufgabe bestmöglich lösen kann, hab ich den Sonnox Oxford Inflator in meine Kette integriert.

Kurzversion: Er hilft!

Etwas längere Kurzversion: Der Sonnox Oxford Inflator ist das vorletzte Glied meiner Kette, direkt vor dem Limiter. Er holt den gesamten Mix nochmal ein Stück nach vorne, was den Mix präsenter und druckvoller macht. Ich versuche nie zu viel des Effektes hinzuzufügen und überschreite 50% so gut wie nie. Meist bewege ich mich zwischen 30% und 50%. Die Curve stelle ich je nach Song ein, ende jedoch oft im Bereich zwischen +20 und +30. Dies kommt aber sehr auf den Klang des Mixes an. Ich booste die Präsenz im Mix nicht zu stark, daher kann ich diesen Bereich im Inflator stärker anpacken.

Die wahrgenommene Lautstärke des Songs steigt somit, ohne den Pegel zu verändern. Allerdings hört man bei zu hohem Effektanteil klangliche Einschränkungen. Ähnlich wie bei einem Kompressor wirkt der Sound etwas zerstampft und wird unangenehm. Daher ist, wie so oft, weniger mehr. 

Auch Einzel- und Gruppenspuren profitieren vom Inflator. Leider habe ich das selbst noch nicht getestet, allerdings gibt es viele begeisterte Stimmen in der UAD-Gruppe auf Facebook. Jede Spur, die nicht präsent genug ist, profitiert vom Inflator. Vorher sollten jedoch die "normalen" Herangehensweisen, wie EQ und Kompression ausgeführt werden. Der Inflator hat nämlich Exciter-Züge, die dem Sound schaden können (wie bereits erwähnt, weniger ist mehr). 

Fazit

Wenn das letzte kleine Stück im Mix oder Master fehlt, hilft der Sonnox Oxford Inflator weiter. Präsenterer klang, dezente Arbeitsweise. Durch den Curve-Fader lassen sich "vorsichtige" Bearbeitungen ausführen. Mich hat dieses Plugin im Master überzeugt und gehört zur festen Kette. Auch Einzel- und Gruppenspuren, die nicht so recht nach vorne treten wollen kann das Plugin helfen. Da ich dieses Plugin, dank Coupon, für gerade einmal 24€ schießen konnte, bin ich umso glücklicher über diesen Kauf.

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