Presets zum Vorteil nutzen

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Presets sind in der Musikproduktion und beim Mixing oft umstritten.

Dabei können Presets sehr hilfreich sein und den eigenen Workflow verbessern und beschleunigen.

Verpönt und doch genutzt

Bei der Produktion klagen die meisten Produzenten darüber, dass andere nur Presets nutzen. Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass jeder einzelne Sound, den der klagende Produzent benutzt, aus seiner Hand stammt. Klar, es ist vielleicht nicht sehr sinnvoll immer nur Presets zu nutzen, denn das gibt Remakern die Möglichkeit, 1 zu 1 zu kopieren. Trotzdem ist ein Preset grundsätzlich eine gute Basis. Für die Verfeinerung gibt es in jedem Plugin dafür auch die Möglichkeit, die Sounds zu bearbeiten.

Eigene Sounds designen

Massive Native Instruments
Massive bietet umfangreiche Bearbeitungsfunktionen, hier sind Presets ein guter Startpunkt.

Wem z. B. die Massive Presets nicht reichen, hier gibt es die Ultimate List of Free Massive Patches!Wer beginnt, Sounds selbst zu designen, dem nützen die Presets sehr, um die gewünschte Grundrichtung zu erreichen. Durch die Vielfalt an Patches von Synthesizern, wie z. B. Presets für Massive, können hier gute Startpunkte gefunden werden. Nach und nach baut sich ein Verständnis der Sounds auf, das später die Basis für Sound Design „von null“ ist. Da aber noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, finde ich es völlig okay, wenn Teile einer Produktion aus Presets bestehen. Ein Ohr für das Zusammenspiel der Sounds zu haben, ist nämlich auch beim Verwenden von Presets wichtig. Solange es gut klingt, ist es auch gut!

Speed-Boost beim Mixing

Wer sich Templates für verschiedene Szenarien in der DAW anlegt, spart in der Regel eine große Menge Zeit ein. Ich nutze hierfür z. B. verschiedene Templates für Mixing, Recording, Mastering und ähnliches. Dabei unterscheiden sich die jeweiligen Vorlagen durch unterschiedliche Bus-Kanäle, Routing, Inserts, Aux-Channels, usw. So kann ich, je nach Auftrag, sofort das richtige Template wählen und gleich mit der „richtigen“ Arbeit loslegen, statt mich jedes Mal mit der Einrichtung des Projektes aufzuhalten. Gleiches gilt auch z. B. für Beat-Making.

Templates in ProTools

ProTools I/O Setup
Über das I/O Setup können in ProTools feste Bus-Einstellungen, sowie Ein- Und Ausgänge korrekt umbenannt werden.

In ProTools können so im Punkt I/O Setup alle Ein- und Ausgänge, sowie Bus-Kanäle einmalig fest angelegt werden und sind somit für alle weiteren Projekte fest hinterlegt. Das ist eigentlich Pflichtprogramm beim Einrichten von ProTools. So könnte ein Mixing Template in ProTools gestaltet sein:

– Master-Fader mit Spectrum-Analyzer und Loudness-Meter (ich nutze hier noch das HOFA Time Plugin, um die Zeit zu erfassen)
– Drum-Bus und Instrument-Bus mit Kompressoren, EQs und sonstigen Plugins nach Geschmack (ggf. in Bypass)
– Reverb / Delay Aux-Kanäle

Wenn im Master-Kanal immer die selbe Mastering-Kette gefahren werden soll, kann diese auch im Master-Kanal hinterlegt sein. Dann bietet es sich an, die Plugins in den Bypass zu schalten, oder ganz zu deaktivieren, um die Prozessorleistung für andere anstehende Aufgaben während des Mixes zur Verfügung zu haben.

Einzelne Plugins nach eigenem Geschmack

Üblicherweise gibt es gewisse Standard-Griffe, die für jeden Engineer und Produzenten individuell sind. Zum Beispiel ist es bei mir oft so, dass ich Delays manchmal ähnlich einstelle, bzw. eine Handvoll Einstellungen verwende. Um nicht ständig die selben Einstellungen durchzuführen, nachdem ich das Plugin in den Kanal geladen habe, speichere ich Presets für einzelne Plugins ab. So kann ich bei Hall-Plugins meine Lieblingseinstellungen abspeichern und jederzeit schnell abrufen. Das kann man für jedes beliebige Plugin machen, wie z. B. einen EQ mit einem definierten Low-Cut abspeichern. Das erleichtert die Arbeit und beschleunigt sie vor Allem.

Waves bietet beispielsweise 300 Plugin Settings von bekannten Produzenten und Mixing Engineers an, wenn ein Account erstellt wird.

Fazit

Presets sind in jedem Fall eine große Hilfe. Ob für die Abwicklung von Projekten, oder das Sound Design. Presets helfen, Prozesse zu beschleunigen und wertvolle kreative Zeit, nicht mit den selben Arbeitsabläufen zu verschwenden. Vor allem Projektvorlagen in der DAW sind hilfreich für die Effizienz eines Studios. Vorlagen für Reverb, Delay und Ähnlichem sind von Vorteil um einen besseren Startpunkt zu haben. Auch die im Internet erhältlichen Presets und Patches von Drittanbietern sind oft eine große Hilfe.

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