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Eigene Musik auf Spotify, iTunes & Co. anbieten

Durch den digitalen Wandel wird es auch für Musiker immer einfacher, sich selbst zu vermarkten und ohne Labels auszukommen. Social Media und Online Marketing sind hierbei die Kerntools. Um die eigene Musik auf Streaming-Portale wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music zu bekommen ist auch kein Label mehr notwendig, denn es gibt zahlreiche Dienstleister, die das für Dich übernehmen. In diesem Artikel möchte ich Dir die wesentlichen Anforderungen an ein digitales Release, sowie 3 der Vertriebsdienstleister vorstellen.

Wozu?

Du hast sicher schon gemerkt, dass Musik kaum mehr gekauft wird, sondern hauptsächlich gestreamt. Ob Musik oder Video, das Nutzerverhalten ändert sich überall. Deshalb ist es für Dich als Musiker wichtig, auf Portalen wie Spotify, iTunes, Amazon Music und Deezer vertreten zu sein. So können Dich Hörer leichter entdecken und müssen dafür nicht erst eine Kaufentscheidung treffen. Du kannst dadurch wesentlich mehr Hörer erreichen, fast so als wäre Deine Musik kostenlos verfügbar. Und Du verdienst mit jedem Play eine Kleinigkeit (leider wirklich wenig).

Voraussetzungen

Bevor Du Dein Release an einen Dienstleister übergibst solltest Du sicherstellen, dass qualitative und technische Voraussetzungen erfüllt sind. Da das Listing auf den Plattformen kostenpflichtig und nicht veränderbar ist, solltest Du die bestmögliche Qualität abliefern. Die meisten Dienstleister fordern WAV-Dateien in 16-Bit und 44.1 kHz, was CD-Qualität entspricht. Wenn höhere Auflösungen möglich sind, solltest Du diese unbedingt nutzen, sofern Du entsprechend hochauflösend aufgenommen hast. Ein Beispiel hierfür ist das Mastered for iTunes Badge.

Dateien

Wenn nun also alle Deine Sessions entsprechend hochwertig angelegt, aufgenommen, gemischt und gemastert sind, geht es an die Vorbereitung der Dateien. Die Handhabung unterscheidet sich bei jedem Dienstleister etwas, bleibt aber im Kern ähnlich. Zunächst musst Du Deine gemasterten WAV-Dateien nochmals genau überprüfen:

  • Sind Knackser oder andere technische Fehler drin?
  • Passt die Auflösung der Dateien?
  • Hast Du unnötige Stille am Anfang oder am Ende eines Songs?
  • Passen die Lautstärken ungefähr überein? (Bekommt Dein Hörer einen Schreck, wenn er einen Song umschaltet?)
  • Sind die Dateien richtig benannt? Überprüfe hierzu die Anforderungen des Dienstleisters, es kann Unterschiede geben.

Zu den Dateien musst Du ein Dokument oder Online-Formular mit weiteren Details wie z. B. Genre, Interpreten, Komponist, Arrangeur usw. ausfüllen. Überprüfe diese Angaben mehrfach, da Änderungen nicht oder nur bedingt möglich sind. Sei auch genau bei der Angabe von weiteren Interpreten, Produzenten und Instrumentalisten. Wer an einem Song mitarbeitet, möchte in der Regel auch benannt werden. 

Nach dem Upload und der Überprüfung der Dateien erhält jeder Track einen ISRC-Code. Dieser dient der eindeutigen Identifikation eines jeden Tracks, unabhängig davon, wo und wie dieser später verwendet wird. Mehr zum Thema ISRC-Code findest Du hier.

Kosten

Die Preise der Dienstleister unterscheiden sich. Es gibt verschiedene Modelle und Pakete. Maßgebend für die Gebühren sind der gewünschte Einnhamenanteil und die Portale, auf welchen das Release verfügbar sein soll.  Das heißt wenn Du 100% der Einnahmen behalten möchtest, wird ein höherer Jahresbetrag fällig. Bei einer Beteiligung des Dienstleisters (meist 10%) sind in der Regel keine jährlichen, sondern einmalige Zahlungen fällig. Hierbei ist zu beachten, dass die Provisionen der einzelnen Portale (z. B. etwa 30% bei iTunes) in jedem Fall abgezogen werden, unabhängig vom gewählten Dienstleister. Seine Beteiligung bezieht sich auf den Betrag, der nach den Portalprovisionen noch übrig ist. Nachfolgend stelle ich Dir 3 Dienstleister und ihre wesentlichen Pakete vor.

RecordJet

Das Preismodell von Recordjet kann im wesentlichen auf Basic und Premium reduziert werden.

RecordJet Preismodell - Eigene Musik auf Spotify, iTunes, Amazon & Co. bringen - Andi Herzog

Welches Paket besser geeignet ist, musst Du anhand Deiner geschätzten Verkaufszahlen bestimmen. Hast Du schon eine große Fanbase, die Deine Musik auf den Portalen stärker nutzen wird? Dann ist es sinnvoller Premium zu wählen. Gehst Du von geringeren Verkaufs- und Streamingzahlen aus kann Basic die bessere Wahl sein, da Dich dieses Paket vor Folgekosten schützt.

Tunecore

Auch bei Tunecore kann zwischen einem einmaligem Betrag mit 90% Einnahmenanteil oder jährlichen Gebühren mit 100% Einnahmenanteil gewählt werden.

Tunecore Preismodell - Eigene Musik auf Spotify, iTunes, Amazon & Co. bringen - Andi Herzog

Im Bereich der jährlichen Zahlungen sind die Preise ähnlich zu Recordjet, wobei ein Album ab dem zweiten Jahr bei Tunecore teurer zu unterhalten ist. Auch der einmalige Betrag des Beteiligungsmodells ist höher.

Tunecore übernimmt seit der Schließung von Zimbalam ihre Kunden. Zimbalam war ein Service, der eine ähnliche Preisgestaltung wie RecordJet hatte.

Spinnup

Spinnup verzichtet auf das Beteiligungsmodell und bietet allein die 100%-ige Ausschüttung mit jährlichen Beiträgen an.

Spinnup Preismodell - Eigene Musik auf Spotify, iTunes, Amazon & Co. bringen - Andi Herzog

Die Preise von Single und EP entsprechen fast denen von RecordJet, das Album ist etwas teurer.

Fazit

Im Wesentlichen bieten alle Dienstleister dasselbe. Auch die bedienten Portale decken sich weitestgehend. Die Wichtigsten sind bei allen gleichermaßen vertreten. Entscheidend dafür, welcher Service für Dich am besten geeignet ist, ist neben dem Preis der angebotene Support. Wie regelmäßig werden Reports erstellt? Wie gut ist die Betreuung? Hier kann guter Service einen etwas höheren Preis rechtfertigen, allerdings gibt es da meines Erachtens nur geringe Unterschiede. Ich für meinen Teil werde deshalb bei meinem nächsten Release RecordJet testen.

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